Und es war Sommer…

Ich blogge, also bin ich? Aber wenn nicht, bin ich trotzdem noch da. Keine Bange, alles im grünen Bereich. Viel zu grün eigentlich. Viel Arbeit im Grünen, immer wieder neue junge Leute, mehr oder weniger grün hinter den Ohren…

Aber nun endlich auch mal eine kleine Auszeit. Die Tochter und der Enkel sind zu Besuch – und nach ein paar Tagen zusammen auf dem Hof sind wir am Sonntag zu dritt auf die drittgrößte schwedische Insel ausgebüxt. Hier gibt es von allem mehr: noch mehr Grün, viel mehr Meer, mehr blauen Himmel, aber vor allem viel mehr freie Zeit zum Seele baumeln lassen.

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Wasserspiele

Vom Wasser haben wir’s gelernt, vom Wasser.
Das hat nicht Ruh bei Tag und Nacht,
ist stets auf Wanderschaft bedacht, das Wasser…

So singt der wandernde Müllersmann… Offensichtlich ziemlich rastlos. Trotzdem kenne ich kaum eine Beschäftigung, die mir mehr Ruhe gibt, als ins fließende Wasser zu starren. Oder mit ihm zu spielen.

Im Eberswalder Urstromtal liegt der Grundwasserspiegel ziemlich hoch, und an etlichen Stellen kommt das Wasser einfach aus der Erde. So gibt es auch im Stadtpark eine Quelle – zur übermäßigen Freude aller kleinen und großen Wasserspieler. Gestern haben wir den halben Tag dort verbracht und ganz und gar die Zeit (und sogar die Mahlzeit) vergessen. Das ist für mich Entspannung pur!

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Wasserspiele – alle Bilder

Augen auf…

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… im Straßenverkehr! So hat man es uns damals beigebracht, gleich nachdem wir in die Schule gekommen waren. Und gewisse Sprüche aus meinem Heft zur “Prüfungsvorbereitung” für das Goldene-Eins-Abzeichen kriege ich wohl nie wieder aus meinem Kopf. Unter dem Buchstaben A gab es den hier zum Beispiel:

Alleen laufen quer durchs Land.
Wir gehen links am äußren Rand.

Und das habe ich tatsächlich mein ganzes Leben lang brav beherzigt – auf den vielen, vielen Alleen, die ich dann so im Laufe der Jahre entlang gewandert bin.

Das genaue Hinsehen und Augenaufmachen lässt sich aber noch viel besser draußen in der Natur praktizieren. Auch das habe ich schon früh erkannt. Eigentlich noch viel früher…

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Und deshalb muss ich eigentlich gar nicht so weit hinaus ins Grüne, um allerlei Schönes zu entdecken. Alles, was ich brauche, liegt direkt vor den Toren der Stadt oder sogar innerhalb ihrer Grenzen. Man muss eigentlich nur die Augen aufmachen.

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Augen auf! (alle Bilder)

Bücherschlucker

Da ist also auf einmal so viel freie Zeit über mich hereingebrochen. Zuerst war ich deshalb sogar ein bisschen durcheinander: Von der wuseligen 6-Tage-Woche plötzlich in einen Alltag mit nur ganz wenigen Pflichten. Aber dann habe ich die unvorgesehene Auszeit einfach angenommen. Und zu lesen angefangen.

Es ist schon lange her, dass ich soviel Muße hatte, um ein Buch nach dem anderen zu verschlingen, ja, oft mehrere pro Woche. Es war wohl im Herbst 2006, als ich nach unserer Norden-Reise ein paar Wochen mit einer verschleppten Grippe im Bett lag – und dann durch das viele Bücherlesen (oder das viele Fieber?) plötzlich Schwedisch lernen wollte. Wohin das schließlich geführt hat, ist ja allgemein bekannt.

51QOKshkw3L._SX304_BO1,204,203,200_Nun bin ich ein bisschen vorsichtiger mit der Lektüre, wähle nur Sprachen, die ich schon kann oder Länder, in die ich partout nicht auswandern würde. Obwohl… In den Bergen von West Virginia würde es mir sicher auch gefallen. Die Ballade von Trenchmouth Taggart hat es jedenfalls ziemlich in sich. Du lieber Himmel, was für eine Story, was für ein Erzählstil! Dieses Buch konnte ich wirklich erst aus der Hand legen, als ich auf der letzten Seite angekommen war – und ich hätte am liebsten gleich nochmal von vorn angefangen.

(Wie die allerdings immer das Cover aussuchen, das ist mir schleierhaft. Freilich hatte mich das Kanu angesprochen, aber in dem Buch benutzt kein einziger Mensch irgendwann ein Kanu!)

* * *

Irgendwie bekam ich dann jedenfalls Lust, mal wieder was von Annie Proulx zu lesen. Die Schiffsmeldungen hatten mir damals ja so gut gefallen. Da habe ich mir ihre Wyoming Stories vorgenommen. Die meisten kennen daraus sicher Brokeback Mountain, denn diese Story wurde erfolgreich verfilmt – etwas, das die Schriftstellerin hinterher gar nicht mehr so gut fand, denn sie wurde überhäuft mit Post von Leuten, die die Storie auf ihre Weise neu schreiben wollten. Aber auch die anderen Erzählungen in diesem Buch haben es in sich: Die Sprache ist wie die Landschaft dort: mal poetisch, aber oft sehr rauh. Und die Figuren sind keine Helden im eigentlichen Sinne, aber sie haben alle was. Und den meisten ist kein Happy End beschert…

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“Right, said Jack, and they shook hands, hit each other on the shoulder, then there was forty feet of distance between them and nothing to do but drive away in opposite directions. Within a mile Ennis felt like someone was pulling his guts out hand over hand a yard at a time. He stopped at the side of the road and, in the whirling new snow, tried to puke but nothing came up. He felt about as bad as he ever had and it took a long time for the feeling to wear off.”

“Without getting up he threw deadwood on the fire, the sparks flying up with their truths and lies, a few hot points of fire landing on their hands and faces, not for the first time, and they rolled down into the dirt. One thing never changed: the brilliant charge of their infrequent couplings was darkened by a sense of time flying, never enough time, never enough.”

“What Jack remembered and craved in a way he could neither help nor understand was the time that distant summer on Brokeback when Ennis had come up behind him and pulled him close, the silent embrace satisfying some shared and sexless hunger. They had stood that way for a long time in front of the fire, its burning tossing ruddy chunks of light, the shadow of their bodies a single column against the rock. The minutes ticked by from the round watch in Ennis’s pocket, from the sticks in the fire settling into coals. Stars bit through the wavy heat layers above the fire. Ennis’s breath came slow and quiet, he hummed, rocked a little in the sparklight and Jack leaned against the steady heartbeat, the vibrations of the humming like faint electricity and, standing, he fell into sleep that was not sleep but something else drowsy and tranced until Ennis, dredging up a rusty but still useable phrase from the childhood time before his mother died, said, “Time to hit the hay, cowboy. I got a go. Come on, you’re sleepin on your feet like a horse,” and gave Jack a shake, a push, and went off in the darkness. Jack heard his spurs tremble as he mounted, the words “see you tomorrow,” and the horse’s shuddering snort, grind of hoof on stone. Later, that dozy embrace solidified in his memory as the single moment of artless, charmed happiness in their separate and difficult lives. Nothing marred it, even the knowledge that Ennis would not then embrace him face to face because he did not want to see nor feel that it was Jack he held. And maybe, he thought, they’d never get much farther that that. Let be, let be.”

“Ennis was back on his feet and somehow, as a coat hanger is straightened to open a locked car and then bent again to its original shape, they torqued things almost to where they had been, for what they’d said was no news. Nothing ended, nothing began, nothing resolved.”

“There was some open space between what he knew and what he tried to believe, but nothing could be done about it, and if you can’t fix it you’ve got to stand it.”

* * *

51AAVtw2ntLGleiche Zeit ungefähr, aber ganz anderer Ort: Schulzenhof, DDR und später BRD. Ich war ein bisschen zögerlich, als ich mir die Erinnerungen des ältesten Sohnes von Eva und Erwin Strittmatter aus der Bibliothek mitgenommen habe. Wollte ich tatsächlich wissen, wie es wirklich in diesem Haus zugegangen war? Schließlich sind ihre Gedichte noch immer meine Lieblingsgedichte… Aber dann siegte die Neugier über die Bedenken. Und ich habe es nicht bereut. Nun ist das Bild nicht unbedingt dunkler, aber doch viel vollständiger – vom Ort, an dem meine Lieblingsgedichte geboren wurden, vom Alltag dort mit seinen Sorgen und Ärgernissen, aber auch Freuden und viel Poesie und Phantasie.

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* * *

9783038200130Noch nicht ganz fertig bin ich mit diesem Buch der russischen Schriftstellerin Lydia Tschukowskaja. Der Titel ist doppeldeutig, denn die Verfasserin meint nicht nur das Verschwinden von der Bildfläche, sondern das Eintauchen in sich selbst und ihre Erinnerungen.

Neben all dem Schrecklichen aus der Stalin-Zeit gibt es in diesem Buch aber auch viele wundervolle Beschreibungen der Natur und allerlei Gedanken über Literatur, das Schreiben an sich – und eine zu Herzen gehende Erklärung, warum es unmöglich ist, Poesie zu übersetzen.

Da die Verfasserin ihre Tagebuchnotizen mitten im Winter gemacht hat, passen die folgenden Zitate vielleicht nicht so richtig zur wonnigen Jahreszeit. Aber als Liebhaber aller Jahreszeiten und vor allem auch der weißen Pracht, kann ich mich der Faszination von verschneiten Tannen und tanzenden Birken auch in der Biergartenzeit nicht entziehen…

“Ich werfe einen vorsichtigen Blick durchs Fenster. Es dämmert. Der Wald fällt in eine Schlucht ab – dort liegt fester zusammengebackener Schnee, hinter der Schlucht – ein leicht ansteigender Hang und viele Tännchen, die diesen Hang hinauflaufen, sie sind noch ganz jung, haben noch den gelblichen Ton, wie Küken, und allen voran, schon ganz oben, die hübscheste, die besonders schlank und jung ist. Sie hat als Erste den höchsten Punkt erreicht und ist stehen geblieben…”

“Ein beneidenswert rotwandiges und blühend aussehendes Mädchen wies mir den Platz an, fragte sehr aufmerksam nach meinen Wünschen und brachte mir das Frühstück. Ich schaute durch das blitzblanke Fenster: Das alles gehörte mir! Meine Tanne stand auf dem Hang, so rührend in ihrem Ernst – unmöglich, dass sie nicht ahnte, wie reizend sie war! Die Hausdächer, wie von Kinderhand über den Hang verteilt, waren über Nacht weiß geworden und schmiegten sich enger an die Erde…”

“Ich ging den Fußpfad immer weiter, trunken von den vorbeiziehenden schwingenden grauweißen schlanken Stämmen, und ich empfand eine nagende Trauer, wie immer in den Augenblicken entschiedenen Glücks… All das wird mir wieder genommen werden. All das werde ich wieder hergeben müssen. Niemand Bestimmter wird es zurückverlangen, nur etwas Ungreifbares wird dann vorübergegangen sein, jenes Etwas, das wir Zeit nennen…”

“Dieses Leben in der Stadt, dieses ewige Sitzen hinter dem Schreibtisch, ohne ein Stückchen Wald, ohne Himmel… So ist eben unsere Arbeit. Man kann sich das gar nicht vorstellen, wie schön das Leben sein würde, wenn wir unsere Arbeit irgendwo im Wald tun könnten, oder am Meer, oder in den Bergen, wenn die Worte, die wir schreiben, aus reinem Sauerstoff geboren würden, wenn das Papier nach Tannennadeln riechen würde und wenn man bei der Arbeit von rostroten Felsbrocken und rostroten Kiefern umgeben wäre…”

“Heute ist alles abgefallen, und es taut. Vom Fenster aus kam mir der Hang unansehnlich bunt vor, wie eine scheckige Kuh. Die Tanne auf dem Hang verlor das Festliche. Aber nachdem es mir wieder gelang, vor den anderen zu frühstücken und allein aus dem Haus zu kommen, konnte ich mich auf dem Weg in das Dorf überzeugen, dass auf dem Land, mitten in der Natur, auch das Tauwetter schön sein kann. Der laue Wind schmiegte sich an das Gesicht. Ich zog die Fausthandschuhe aus, und der Wind strich mir zärtlich über die Finger. Er gefiel mir, und ich wollte nicht in den Wald gehen, um mich von ihm nicht trennen zu müssen. In den tiefen Fahrrinnen der Straße, die nach Bykowo führte, kräuselten sich die Pfützen, spiegelten den blauen Himmel, und über den Himmel zogen kleine Wolken wie Papierschiffchen…”

“Heute fand ich im Wald eine wunderbare Tanne. Wie war es möglich, dass ich sie nicht schon früher entdeckt hatte! Majestätisch, mächtig steht sie in einem engen Rund aus Birken. Gefangen. In einer glückseligen Gefangenschaft. Ich lache laut, als ich sie plötzlich sah. Die Birken tanzten Reigen um die Tanne, wie kleine festlich gekleidete Mädchen. Ihr ganzes Leben lang feiern sie Weihnachten.
Im Wald ist es heute grau, grau und matschig. Unter den Füßen bläulicher Schneebrei. Aber hier, in der freien Natur, ist auch der Matsch schön – silbern, und es ist schade, ihn zu zertreten. Als ich mich umsah und mich überzeugte, dass ich allein war, begann ich Gedichte zu sprechen, die Laute an diesen Birken, an diesem unbeständigem Schnee auszuprobieren.
Ich versuchte es mit Puschkin, Pasternak, Nekrasow, mit Achmatowa, Ja, es stimmt, alles ist hier zu Hause. Alles gehört hierher. Alle Worte sind auf dieser Erde gewachsen und strecken sich zum Himmel wie diese Birken. Beim Lesen spürte ich nicht nur den Reiz der Gedichte, sondern auch ihre Überfülle und ihre Freude an sich selbst. Die Lippen waren glücklich, den Worten, die Worte, den Lippen zu begegnen…”

“An der Hilflosigkeit einer Übersetzung lässt sich besser als an irgendeinem anderen Beispiel erkennen, dass das Gedicht nicht nur, ja sogar zum wenigsten aus Wörtern, Reflexionen, Versmaß und Bildern besteht, sondern aus Wetter, Spannung, aus Stille, aus Abschied … Zum wenigsten aus den schwarzen Zeilen als vielmehr aus den Pausen zwischen den Zeilen, aus Generalpausen, die das Atmen steuern, das Atmen und auch die Seele … Wie soll man die Aussparung zwischen den Zeilen, die zwischen zwei vierzeiligen Strophen tief eingeatmete Luft wiedergeben?

Hier ist es gut: es raschelt und knackt
Jeden Morgen stärker der Frost.
In weißen Flammen neigt sich der Busch
Funkelnder Rosen aus Eis.

Auf dem festlichen üppigen Schnee
Eine Skispur, ein Zeichen vielleicht,
Dass vor ewiger, ewiger Zeit,
Wir zusammen hier liefen entlang.

Über jeder dieser Zeilen liegt das silbrige Eis des Raureifs. Aber der berauschende Reiz – das ist das weiße Papier zwischen der Schlusszeile der ersten und der Anfangszeile der zweiten Strophe. Zunächst sieht es wie ein gewöhnlicher Absatz aus, aber gerade hier füllt sich die Lunge mit der frostigen Luft, man holt Atem in dem bedrängenden Vorgefühl von Schmerz und Glück – und vielleicht auch einer steilen Bergwanderung.

Auf dem festlichen üppigen Schnee
Eine Skispur, ein Zeichen vielleicht …

Beim Wort ‘Zeichen’ senkt sich die Stimme, weil das Herz sich erinnert und stockt. Eine Spur in der Seele und eine Spur im üppigen Schnee.
Poesie – das ist jenes geheimnisvolle Etwas, das bei der sorgfältigsten, der musikalischsten Übersetzung unübersetzbar bleibt. Wort und Rhythmus – das lässt sich übersetzen, aber wie übersetzt man die Spur im Schnee, die beseligende Wunde der Erinnerung?”

Seenswürdigkeiten

Die Eiszeit hat das Wald- und Wasser-Land nordöstlich von Berlin gemacht – mit ihren sanften Hügeln, den vielen Seen, den manchmal sogar schroffen Endmoränen und den wasserreichen Urstromtälern. Sand gibt es zuhauf und der Geruch in den trockenen Kiefernwäldern ist der Geruch meiner Kindheit. Denn das Wald- und Wasser-Land nordöstlich von Berlin, das hat mich gemacht, es hat mich an die Hand genommen, mir die Augen für die Schönheit der kleinen Dinge geöffnet und mir so viel Gelassenheit und einfache, kindliche Fröhlichkeit in die Seele gepflanzt, dass diese mich das ganze Leben bisher nie im Stich ließen.

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Die großen Seen meiner Kindheit heißen Werbellin– und Parsteiner See. Ihr Wasser ist klar und die Bäume an ihren Ufern sind zum Teil sehr alt. Immer wieder bin ich im Laufe meines Lebens zu ihnen zurückgekehrt. Sie vermitteln Beständigkeit im Trubel unseres ansonsten so schnellebigen Alltags. Wenn sich Dinge ändern oder einfach verschwinden, kann man sich quasi auf sie verlassen. Gewiss ist es an ihren Ufern teilweise ein bisschen schnieker geworden und die Segelboote sind luxuriöser, aber das Grün der Bäume und der Gesang der Wasservögel ändert sich nicht.

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Ich habe sie beide wieder besucht in den letzten beiden Wochen. Mit der Eisenbahn, zu Fuß und mit dem Fahrrad. Habe mir viel Zeit genommen, habe verweilt und geguckt. Und weil es so warm war, habe ich natürlich auch gebadet. Dass es unseren alten FKK-Zeltplatz bei Herzsprung immer noch gibt, hat mich dabei sehr erfreut.

In alten Fotos habe ich auch gestöbert. Als ich noch sehr lütt war, sind wir mit dem Motorboot von Schwedt bis in den Werbellin gefahren und haben dort gezeltet. An manches kann ich mich sogar noch erinnern: vor allem die Passage unseres kleinen Bootes durch das riesige Schiffshebewerk!

Hello Loneliness

Auszeit vom wuseligen WWOOFer-Leben auf dem Hof. Es ist irgendwie lange her, dass ich mal soviel Raum und Zeit für mich ganz allein hatte. Ich genieße es, und verabrede mich mit Absicht nicht, treffe – neben den Besuchen im Krankenhaus – nur die Kinder.

Ich stöbere in Bibliotheken, richtigen und virtuellen, ich spaziere durch die Landschaft am Stadtrand, und ich gucke hin und wieder einen Film. Gestern spät am Abend kam “Die Wand” im Fernsehen. Den musste ich unbedingt sehen! Hatte mich doch das Buch schon stark bewegt. Außerdem war ich auf Martina Gedeck als Hauptdarstellerin, ja, eigentlich als einzige Darstellerin gespannt. Eine Rolle, für die man keinen Text lernen muss… Ein Film, der tief unter die Haut geht…

An einem der Abende davor war ich zusammen mit einem Schweizer Eigenbrötler im fernen Kanada hängengeblieben. “Das Territorium Yukon grenzt an Alaska. Es ist so groß wie Spanien, aber es leben nur 38.000 Menschen dort. Drei Viertel von ihnen drängen sich in White Horse, der Hauptstadt des Territoriums…” Das klingt vielversprechend!

“Wenn man am Wesentlichen geschnuppert hat und man fähig ist, die Ängste beiseite zu legen, merkt man plötzlich, dass man nicht so viel braucht, um zu leben.

Ich finde das moderne Leben schrecklich komplex. Wenn man einfacher leben kann, ist das eine Erleichterung, ein Aufatmen, wie ein frischer Windstoß.”

“Die Natur ist weder feindlich noch freundlich. Sie ist. Das ist alles.”

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