The road is now calling…

Und da ward es plötzlich zugeschlagen, eines meiner Lebensbücher, ja, ganz sicher mein allerschönstes und intensivstes überhaupt. Grausam und ohne mit der Wimper zu zucken hat das Schicksal einfach gesagt “Wenn’s am schönsten ist, soll man aufhören…” Ich war natürlich maßlos empört und überhaupt kein bisschen einverstanden! Aber das Schicksal lässt sich nicht bestechen. Wenn es sich was vorgenommen hat, dann zieht es das auch durch, unerbittlich und ohne darauf Rücksicht zu nehmen, dass wir doch noch sooo vieeel vorhatten!

Und auch wenn es nicht besonders dick war, so gab es doch viele wunderbare Kapitel in diesem Lebensbuch – und ein Happy End wäre keinesfalls fehl am Platze gewesen. Oh, nein! Aber der Schluss war dann leider sehr traurig und voller Tränen und Abschiede. Ein verzweifelter Kampf ging zu Ende gegen einen übermächtigen bösen Drachen, der sich auch von wahrem Heldenmut und einem ganzen Heer tapferer Gefährten nicht besiegen ließ.

Ja, es waren schwere Monate, eine Achterbahn aus Hoffnung und Verzweiflung, aber wir haben auch phantastische Menschen getroffen, die uns in dieser Zeit begleitet und unterstützt haben. Und es ist mir tatsächlich gelungen, immer wieder Mut und Zuversicht zu tanken, vor allem bei Russ Harris, aber auch bei Tolkien, denn genau wie die Helden in seinen Büchern habe ich viel gelernt in diesen Monaten, aber diese Lektionen waren die schmerzhaftesten meines Lebens.

Denn das wunderbare Lebensbuch ist letztendlich dann doch zugeklappt, und der liebe Waldengel ist in meinen Armen gestorben, nachdem die für mich furchtbarste aller Krankheiten schließlich doch die Übermacht gewonnen hatte – nicht mal ein halbes Jahr, nachdem wir von ihr erfahren hatten. Was für eine Tragik, was für ein Verlust! Und was für eine verdammt ungerechtes Schicksal! So richtig begreifen werde ich das wahrscheinlich nie. Akzeptieren irgendwann schon, aber kapieren… Neee!

Und nun bin ich also wieder auf dem Weg. Einfach so weitermachen wie bisher, aber ohne meinen Waldengel, das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Außerdem hat mich das Schicksal zu allem Überfluss auch noch von Arbeit und Wohnraum befreit. Eine Situation, die man entweder als Katastrophe oder aber auch als Chance interpretieren kann. Ich habe mich nach etlichen Wochen mit schlimmen Gedanken schließlich doch für letzteres entschieden.

Denn auch wenn es jetzt erstmal so aussieht, als hätte ich tatsächlich alles verloren, so ist mein Lebensmut doch immer noch bei mir und vieles andere auch. Dinge, die mir keiner nehmen kann. Außerdem würde der Waldengel nicht wollen, dass ich jetzt nur traurig, verzweifelt und mutlos bin. Denn wer weiß, wo er jetzt ist und auf mich runterguckt… Ganz sicher nicht auf einer Wolke. Die sind viel zu weit weg und da oben ist es furchtbar kalt. Aber manchmal habe ich die kleinen Vögel im Verdacht. Denn die hat er geliebt!

Mach’s gut, du… Irgendwo und irgendwann sehen wir uns wieder! Ganz bestimmt!

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