Kognitive Defusion am heiligen Morgen

In der Nacht vor Weihnachten habe ich im Traum Benutzer auf unserer Datenbank eingerichtet. Später war ich Bergwandern und habe dabei Schachteln in irgendwelchen Steinhaufen versteckt. Bei den Bergen kann es sich gut und gerne um die Alpen gehandelt haben. Dass es trotzdem kein Alptraum war, ist schon ein ziemlicher Fortschritt, finde ich, denn in den letzten Monaten habe ich immer wieder gruselige Dinge geträumt. Oder es kamen richtig schöne Dinge vor, aber dann war dafür das Aufwachen eine schmerzhafte Ernüchterung.

In dem ACT-Buch von Russ Harris ist mir etwas bewusst und bestätigt worden, was ich schon ziemlich lange mache. Ich habe es immer “die Marsmännchen-Perspektive ” genannt. Dabei begibt sich ein Teil von mir auf eine Erdumlaufbahn und guckt mit Abstand auf das drauf, was mir gerade widerfährt. Ein bisschen Abstand und ein anderer Betrachtungswinkel helfen ja in vielen Fällen, einer Situation einen Teil ihrer Dramatik zu nehmen oder zu wild aufwallende Gefühle etwas zu dämpfen.

Bei der ACT-Therapie geht man sogar noch einen Schritt weiter. Hier guckt das Marsmännchen nicht nur auf die Situation von oben drauf, sondern vor allem auf die eigenen Gedanken. Gedanken, die man gerne für Fakten und “die Welt an sich” hält. Welche Gedanken tauchen immer wieder auf? Welche davon machen mir am meisten Kummer? Welche halten mich immer wieder davon ab, das Hier und Jetzt zu erleben? Das eigentlich Schwierige dabei ist nicht, ein Marsmännchen zu sein, sondern ein Marsmännchen zu werden, denn oft sind wir so verstrickt in unseren eigenen Gedanken, dass wir den Sprung auf die Erdumlaufbahn gar nicht schaffen. In der ACT-Therapie heißt dieser Sprung “kognitive Defusion”.

Eine kurze Beschreibung von ACT als achtsamkeitsbasierte Therapieform gibt es auf dieser Webseite. Und wer selbst in einer schwierigen und schmerzhaften Lebenssituation gelandet ist, dem empfehle ich dieses Buch hier. Mir hat es wirklich sehr geholfen!

harris

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