Von Wasserstraßen und Schiffsfahrstühlen

Ist man wie ich in Schwedt und Frankfurt (Oder) aufgewachsen, war dann auch noch Lehrling in Eberswalde und hatte zudem einen vom Wassersport begeisterten Herrn Papa – so ist es nicht verwunderlich, dass man sich immer wieder hingezogen fühlt zu den Flüssen und Wasserstraßen dieser Region. Das Land hier ist sozusagen blaublütig, durchkreuzt von diversen Wasseradern, und man tritt gerne immer wieder an eines der Ufer, um seinen Puls fühlen.

Aber weil die liebe Eiszeit hier auch noch allerlei mit der Landschaft angestellt hat, so musste man in die künstlichen Wasseradern jede Menge künstlicher Venenklappen einbauen, Schleusen also, ja, bis hin zu ganzen Schleusentreppen. Und weil der Transport durch eine Schleusentreppe ziemlich viel Zeit kostet, und weil Zeit oft Geld ist, so haben tüchtige deutsche Ingenieure schon ganz früh mit einem richtigen Schiffsfahrstuhl geliebäugelt. Zunächst kam ihnen jedoch der erste Weltkrieg dazwischen. Noch vor der Machtübernahme der Nazis wurde der große Schiffsfahrstuhl dann aber wirklich fertig – und dass er den zweiten Weltkrieg ganz unbeschadet überstanden hat, das grenzt schon an ein Wunder.

Ich habe den Schiffsfahrstuhl schon viele Male in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen besucht. An die Jungfernfahrt im Motorboot meiner Eltern kann ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Das ist schade. Ich glaube, wir waren auf dem Weg zu einem Zeltplatz am Werbellinsee (mein Enkelsohn sagt immer Air-Berlin-See) und wir wurden tatsächlich zweimal in der großen Wanne die 36 m rauf und dann auch wieder runter transportiert.

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Mit den Kindern am Schiffshebewerk (Okt 2001)

Nachdem mein letzter Besuch inzwischen beinahe 15 Jahre her ist, habe ich mir nun endlich mal das Töchterlein mitsamt dem Enkel geschnappt und bin mit ihnen hingefahren. Der Junge war begeistert – und ich war auch sehr erstaunt, denn in der Zwischenzeit haben sie heimlich mit dem Bau eines ganz neuen Schiffsfahrstuhls begonnen. Außerdem gibt es nun ein Besucherzentrum mit vielen gut präsentierten extra Infos. Das war wirklich eine schöne Überraschung.

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Unser Ausflug zum Schiffshebewerk am 28. Dezember (alle Bilder)

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