Von Kindern und den kleinen Vögeln

Da ist die Temperatur doch tatsächlich um 25 Grad gefallen innerhalb nur einer Woche. Es sind plötzlich -10 Grad hier, und es weht ein eiskalter Ostwind. Trotzdem würde man wahrscheinlich einen Temperatursturz von 25 auf null Grad doch irgendwie ganz anders erleben. Komisch, oder? Die Zahlen allein sind es wohl nicht…

Gestern waren wir nochmal im Park spazieren, und eigentlich wollte ich wegen der negativen Temperaturen meiner Kamera mal eine Auszeit gönnen. Aber dann hat der Enkelsohn am Wasser einen Eisvogel entdeckt, und ich bin schnurstracks wieder umgedreht, um doch noch meine Knipsmaschine zu holen. Allerdings ist diese Knipsmaschine viel mehr für das Ablichten von bunten Blümchen und so Krabbelzeugs geeignet und viel weniger für das Fotografieren der kleinen Vögel. Und genau darum habe ich das ja immer gern dem Waldengel überlassen. Denn dem machte es überhaupt gar nichts aus, etliche Kilo an Fotoausrüstung mit sich herum zu schleppen, wenn er dafür ein schönes Bild von einem kleinen Vogel mit nach Hause nehmen konnte.

Mehr als eine Stunde lang bin ich mit meiner kleinen Knipsmaschine um den Teich und am Bach entlang durch die Büsche geschlichen, um dem Eisvogel vielleicht doch ein bisschen näher zu kommen. Aber da die Büsche im Moment gar keine Blätter haben, wurde ich immer schon sehr früh entdeckt – und der fliegende Edelstein schwirrte jedes Mal aufs Neue fröhlich davon.

Mit einem Film voller mehr oder weniger Nicht-Eisvogel-Bilder bin ich dann in den Kreis der Familie zurückgekehrt – und durfte wieder einmal erleben, dass Kinder in vielfacher Hinsicht bessere Menschen sind als Erwachsene. Mein Enkel hatte sich nämlich schon vor ein paar Tagen mit einem syrischen Jungen in seinem Alter angefreundet. Sie haben zwar keine gemeinsame Sprache – aber trotzdem jede Menge Spaß miteinander.

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