Ein Fragezeichen darf stehenbleiben…

Eigentlich haben wir uns um den Valentinstag nie gekümmert, der Waldengel und ich. Voriges Jahr haben wir jedoch gerade zufällig an diesem Tag mit einem größeren Projekt begonnen, das sich dann später als unser letztes gemeinsames Projekt herausstellen sollte.

In den ausgedehnten Wäldern nördlich von Hindås hatte eine Gruppe von Geocachern eine Serie von 81 Rätsel-Caches installiert, die auf verschiedene Weise eine besondere Herausforderung darstellten. Wir hatten vorigen Winter vor allem Spaß daran, all diese unterschiedlich schweren Rätsel an vielen gemütlichen Knobelabenden daheim zu knacken. Als wir nur noch ungefähr ein Dutzend nicht gelöster Mysterien übrig hatten, machten wir einen richtigen Wettstreit daraus: Wer hat die nächste zündende Idee? Mehrmals bin ich in dieser Zeit morgens aufgewacht, nachdem meine grauen Zellen nachts irgendwie weitergearbeitet hatten, und dann habe ich triumphierend gesagt: Aaah, ich glaube, ich habe wieder einen! Aber insgesamt hatte doch der Waldengel mehr Zeit und Geduld in etliche dieser Rätsel reingesteckt, denn superschwere Sudokus und sowas, das ist echt nicht mein Ding…

Jedenfalls sind wir dann am Valentinstag zum ersten Mal hinaus in die Wälder gefahren und haben nachgeschaut, was wir für die Feldarbeit an Hilfsmitteln brauchen würden, denn diese 81 Rätselcaches füllen genau einmal die Matrix der unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade und Geländefaktoren, die beim Geocaching möglich sind. Und was haben wir gelacht, als sich herausstellte, dass der Geländefaktor ganz einfach darüber abgebildet wurde, in welcher Höhe man die Dosen in die Bäume gehängt hatte. Allerdings waren das keine Kletterbäume, sondern man musste die Caches mit Hilfe einer mehr oder weniger langen ausziehbaren Angelrute herunterfischen und dann auch wieder hinhängen.

Viermal waren wir insgesamt dort in der Gegend. Dreimal, bevor der Waldengel von seiner bösen Krankheit erfahren hatte und einmal danach. Am Anfang hatte er vor allem die Dosen heruntergeangelt und wieder angehängt, aber zum Schluss hat er uns dann nur noch gefahren und ich habe die Waldarbeit alleine gemacht. Und dennoch sind wir mit der ganzen Serie nicht mehr fertiggeworden… Sechs Dosen waren noch übrig, als wir dann schon längst keine Waldausflüge mehr machen konnten.

Gestern war ich mit meiner Freundin Cathy in diesen Wäldern, um die Serie endlich abzuschließen. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, aber gleichzeitig auch nicht so richtig ein gutes Gefühl dabei. Und tatsächlich hat mich der Ausflug dann doch eher traurig gemacht, als dass ich mich über die geschlossenen Lücken gefreut hätte. Am Ende ist ein einziges Fragezeichen übriggeblieben, das wir nicht erreicht haben, weil es nachts überraschend noch einmal geschneit hatte und nicht alle Waldwege befahrbar waren.

Dieses Fragezeichen werde ich jetzt aber auf jeden Fall stehenlassen und später nicht noch einmal deswegen in diese Wälder fahren. Gewisse Dinge bleiben eben unvollendet in unserem Leben, daran kann man manchmal einfach nichts ändern. Und auch wenn etwas an einem Valentinstag anfängt, so ist das noch längst keine Garantie für ein Happy End.

Zwischenablage02

Trotzdem war es schön, heute nochmal all die Fotos anzuschauen, die wir bei diesen Ausflügen voriges Jahr gemacht hatten. Hier habe ich mal ein paar in einem Picasa-Album zusammengestellt. Und auch zwei aktuelle Bilder von gestern sind dabei.

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