Frühjahrskur auf “Solgläntan”

Neue Stelle, neuer See. Aber wie auch schon der See Lygnern, ist der neue See Hällungen ein alter Bekannter. Hier habe ich schon mit dem Waldengel im dunklen Wald Schätze gesucht und hinterher am schönen Strand im Zelt übernachtet.

Jetzt also ein richtiger Biohof mit einem richtigen Chef, der so etwas schon seit vielen, vielen Jahren macht. Hier wird ganz viel Gemüse angebaut, das dann vor allem über Abo-Kisten nach Göteborg verkauft wird. Das Gemüse für diesen Sommer ist noch ein ganz junges Gemüse, die meisten Pflänzchen haben gerade erst das Licht der Welt erblickt. Genauer gesagt das Licht von speziell angepassten LED-Lampen, blauen und roten nämlich, wegen des Absorptionsspektrums des Cholorphylls. Und weil es draußen immer noch da und da schneit, wohnt das ganz junge Gemüse vorerst im Keller. Dort muss es vorsichtig feucht gehalten werden, bevor es dann so groß ist, dass es ins Gewächshaus umziehen kann.

Im Keller ist es cool und ein bisschen crazy, wie in einem geheimnisvollen Pflanzenlabor. Ganz anders ist es oben drüber im Hofladen und Café. Dort ist es licht und gemütlich und es hat diesen speziellen Geruch, wie er in allen Bioläden und Reformhäusern anzutreffen ist. Meine Tochter, die auch gerade für zwei Wochen hier ist, meint, man müsse mal ein Parfüm mit dem Geruch von Bioläden erfinden.

Wenn wir mittags für alle das Essen vorbereiten (“kochen” würde es nicht ganz treffen, weil hier ungefähr die Hälfte der Lebensmittel roh verzehrt wird), dann dürfen wir uns im Laden und im Obst- und Gemüselager bedienen. Das ist auch cool! Im Laden und im Café können wir inzwischen schon den Espressoautomat, die Waage und die Kasse bedienen – und die Kunden haben viel Geduld, weil wir natürlich noch nicht so flink sind. Aber das ist kein Problem, denn alle Kunden sind Stammkunden und kennen den Laden. Die meisten lassen sogar anschreiben und bezahlen dann erst im nächsten Monat.

In der Nähe gibt es noch verschiedene andere alternative Höfe, einer macht irgendwas mit Kursen und Yoga und auf einem anderen teilen sich 15 Mitglieder in einer Art Kooperative das Land und bauen gemeinsam Obst und Gemüse für den Eigengebrauch an. Ja, ich denke, hier kann ich es eine Weile aushalten! Ohne Kleinkinder-Bazillen und dafür mit ganz viel gesundem Essen. Fast wie eine Frühjahrskur.

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Der neue Hof – die Bilder der letzten Tage

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