Dreizehn am Freitag

Ach, was wären wir ohne all die Menschen! Die uns nahestehen… Die uns inspirieren… Die auf uns achtgeben…

Von Herrn Möwe habe ich ein mir inzwischen lieb und teuer gewordenes Ritual übernommen: Einmal im Frühling muss man Leberblümchen (be)suchen! Das ist in gewissen Gegenden wahrscheinlich ganz einfach, hier an der schwedischen Westküste ist es allerdings nicht so leicht. Das liegt daran, dass die kleinen blaulila Blümchen gerne da wachsen, wo ein bisschen Kalk im Boden ist. Und hier haben wir nur Gneis und Granit, und die machen eher saure Böden.

In der Nähe von Göteborg hatten wir aber doch ein paar Stellen, wo man jedes Jahr im März oder April zuverlässig welche finden konnte. Da war ich schon etwas besorgt, hier in meiner neuen Wald-und-Wasser-Heimat vielleicht gar keine zu entdecken! Am Montag bin ich mit meiner Freundin Cathy in der Nähe von Ljungskile um einen großen See gewandert. Dort habe ich an einer Stelle Leberblümchenblätter gesehen, aber keine blühenden Exemplare… Hm.

Aber wenn man einfach immer nur fleißig seiner Arbeit nachgeht, dann können auch dabei noch Wunder und Zeichen geschehen. Dort, wo ich letzte Woche so tapfer all das viele Laub weggeharkt hatte, habe ich heute dreizehn kleine Leberblümchen gezählt. Ja, hier direkt auf unserem Grundstück! Sie sehen schüchtern und bescheiden aus, diese kleine Schar, im Gegensatz zu den Hundertschaften von Buschwindröschen, die jetzt überall ihre weißen Blüten auspacken.

Ach, da war ich aber froh, dass ich so einfach und ohne langes Suchen doch noch mein Ritual für den Frühling zelebrieren konnte!

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Um sie so abzulichten, muss man vor ihnen auf die Knie fallen… 😉

 

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