Der freche Dachs

41JPOU8W9KLVon all den Tierbüchern, die ich früher immer verschlungen habe, kann ich mich an Falladas Fridolin-Geschichte irgendwie am allerwenigsten erinnern. Von vielen anderen weiß ich noch sehr genau, was da alles passiert ist. Rikki-Tikki-Tavi, Lutra, Wolfsblut, Pony Pedro…

Nun ist es aber so, dass wir jetzt einen ziemlich frechen Dachs des Nachts hier zu Besuch haben. Auf Schwedisch heißt er “Grävling” – und genau das trifft es: er gräbt. Leider nicht nur in der schönen Natur hier rundherum, sondern auch in unseren Beeten. Gestern wollte ich die kleinen Pflänzchen in den Hochbeeten oben auf den Klippen gießen, aber oh Schreck, oh Graus – sie waren ja vollständig untergebuddelt! Erst habe ich gedacht, dass wir nun auch die Wildschweinplage bekommen haben, aber Åke meinte gleich: “Nein, das ist unser Freund, der Dachs. Er ist wohl aus dem Winterschlaf erwacht und ziemlich hungrig. Gräbt fleißig nach Regenwürmern und fetten Käferlarven…”

Nun haben wir leider nicht für alle Hochbeete solche praktischen Schutzhauben. Denn es sind viele Hochbeete, mehr als hundert! Und also müssen wir unsere kleinen grünen Schützlinge irgendwie anders schützen. “Ich hole den Timer und das Radio”, sagt Åke. “Von nun an gibt es nachts immer Musik im Garten. Das mag der freche Dachs nämlich nicht.” Hm, ich allerdings auch nicht. Wo ich die Ruhe hier auf dem Lande immer so genossen habe. Nun hoffe ich, dass ich so bald wie möglich in das neue Haus umziehen kann. Denn dort hört man das Radio nicht. Sowas aber auch! Öko-Gärtnern kann wirklich sehr alternativ sein.

 

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