Köpfchen, Köpfchen!

Wenn ich aus Versehen oder weil es nicht zu vermeiden ist, mal wieder in eines dieser großen Einkaufszentrum gerate, und dann all die jungen Menschen sehe, Smartphone- und einkaufssüchtig, in Gruppen bei McDoof herumlungernd, oder lärmend, weil Wochenend-betrunken, dann frage ich mich manchmal, wie diese Generation wohl mit all den Fragen umgehen wird, die unserer Menschheit gerade so unter den Nägeln brennen – und ich habe nicht immer ein richtig gutes Gefühl…

Aber zum Glück tauchen irgendwie auch regelmäßig junge Leute in meinem Leben auf, die mich eines Besseren belehren, und dann klappt es doch ganz gut mit der Zuversicht. Seit ein paar Tagen haben wir hier zwei neue WWOOFerinnen auf dem Hof. Beide sind Schwedinnen und im Alter meines Sohnes, also Mitte zwanzig. Die eine hat schon einen Master in Lebensmitteltechnologie und möchte nun mal erleben, wie das mit dem nicht-industriellen Gemüse so funktioniert. Die andere ist mehr von der Aussteiger-Sorte und außerdem ein Pferdemädchen. Sie will irgendwann mal einen eigenen Hof haben und sich dann mit Obst und Gemüse selbst versorgen.

Beide sind sehr wissbegierig und weil ich nun von Åke als so eine Art Halbleiter vorgeschoben wurde, habe ich sie den ganzen Tag unter meinen Fittichen. Ich verteile die Arbeit, erkläre alles und beantworte eine Menge kluger Fragen. Ja, wenn ich es selbst schon weiß. Aber es ist interessant, wieviel ich ihnen tatsächlich schon voraus bin, obwohl ich erst seit Anfang März mit dem jungen Gemüse zu tun habe.

Vorhin bei einem Abendspaziergang habe ich ihnen das Freiland gezeigt, wo aus unserem jungen Gemüse immer das erwachsene Gemüse wird. Und sie waren sehr beeindruckt! Ich übrigens auch. Denn aus den 5 x 96 Salat-Samen, die ich am 19. März in die Aussaat-Paletten gestopft hatte, und die ich dann als Salat-Babies am ersten sommerlich warmen Samstag des Jahres ins Freiland gepflanzt hatte, sind mittlerweile richtige Salatköpfe geworden. Und gut sehen sie aus! Wow! Ich war irgendwie ganz gerührt…

Jawoll! Gleich morgen früh zeige ich den Mädels, wie man Salatsamen in Aussaat-Paletten stopft – damit die beiden dann in knapp drei Monaten ihre eigenen Salatköpfe in der großen Stadt im Bioladen einkaufen können. 😉

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