Keri Brückenechse

Heute bin ich aufgewacht, weil es draußen so ein komisches Geräusch gab. Es war Regen! Hatte schon fast vergessen, wie sich das anhört und anfühlt und anriecht… Nach so vielen Wochen mit Trockenheit. Und weil endlich mal nicht die Sonne von einem knallblauen Himmel geschienen hat, habe ich heute frei gemacht. Obwohl, nein, auch weil heute eigentlich Pflücktag war. Aber nun sind wir ja so viele Nesselpflücker…

In Schweden sind seit letzten Samstag Sommerferien, und das merkt man schon ein bisschen. Es sind mehr Familien unterwegs, Muttis und Papis mit ihrer hellblonden Kinderschar. Und die Teenager machen Sommerjobs. Einer mit Zahnspange hat mir an der Landstraße Erdbeeren verkauft: “Was!? Du fährst mit dem Fahrrad von hier nach Stenungsund?” Das war gleich hinter der Brücke zwischen Orust und Mjörn.

Ja, heute wollte ich’s mal wieder wissen und bin einen großen Schlenker über etliche Inseln geradelt. Eine Fähre war in diesem Schlenker mit drin und haufenweise Brücken. Drei davon waren sehr hoch. Oh oh… Zu Åke hatte ich morgens gesagt: “Ich radel nach Stenungsund, Eis essen.” Und das war voll die Wahrheit. In Stenungsund bin ich allerdings erst halb sieben abends angekommen und nicht schon nach gut 2,5 Stunden, wie Google Maps ausgerechnet hatte.

Und weil ich soviel geradelt bin, habe ich gleich zweimal Eis gegessen. Denn das gibt es hier auf dem Hof ja nicht. Immer nur gesund essen, ist auch nicht gesund, finde ich.

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