Mitten im Sommer

Hoppla, schon wieder eine ganze Woche rum! Drei Tage davon habe ich gearbeitet und vier hatte ich frei – denn es war schließlich das Lieblingsfest der Schweden: Midsommar. Während der drei Arbeitstage war es ziemlich trubelig auf dem Hof, denn wir hatten zweimal abends eine Busladung neugieriger Menschen aus der großen Stadt hier. Denen sollte Åke erklären, wie es am allerbesten mit den Hochbeeten geht. Und Fredo hat zweimal einen riesengroßen Topf Linsencurry für alle gekocht. Ich habe ihm ein bisschen in der Küche geholfen und bin ansonsten rumgewuselt und habe Sachen hin- und hergetragen. Außerdem habe ich ein Flipchart von IKEA zusammengeschraubt.

Am Mittwochabend hat Åke dann für alle WWOOFer, die gerade bei ihm sowie bei Gert und Akasha zugange sind, einen Vortrag über Bio-Anbau und Raw Food gehalten. Er wollte gerne, dass ich auch dabei bin, was ich ein bisschen überflüssig fand, weil ich ja seine beiden Ganztangskurse schon besucht hatte. Aber er meinte, ich hätte ja nun selbst schon allerlei Erfahrungen gesammelt und könnte in der Diskussion fleißig mit dabei sein, was ich auch ein bisschen überflüssig fand, denn alles war ja auf Englisch – und alle anderen reden immer noch viel, viel fließender als ich.

20160622-P6220018

Da bin ich also dann am Donnerstag gleich morgens in die große Stadt gefahren – und habe erstmal nicht viel gemacht, außer ein paar Leckereien für Midsommar eingekauft. Und dann ist nun auch Kennets großer iMac inzwischen bei meiner Freundin angelangt, wo ich immer übernachte, wenn ich in die große Stadt fahre, wo ich gemeldet bin und wo ein Teil meiner Sachen in einer kleinen Kammer wohnt. Der große iMac, der war bis jetzt immer noch bei einem Kollegen von Kennet untergestellt, weil er in der Nähe gewohnt hat und ich nicht wusste, wohin damit. Mit dem habe ich mich nun etwas ausführlicher beschäftigt, also dem iMac, nicht dem Kollegen. Habe Updates installiert, ein Backup gemacht – und dann Filme gekiekt und Musik gehört. Ein richtig schöner Gammel-Donnerstag!

Freitag war Midsommar, welches ich zusammen mit Herrn Möwe in Majorna und im Slottsskogen gefeiert habe. Wir haben uns ordentlich die Bäuche vollgehauen mit Sill und Lachs und Pellkartoffeln und Erdbeeren mit ganz viel Schlagsahne, sogar manuell geschlagener Sahne, weil es bei Herrn Möwe keine Küchenmaschine mehr gibt, seit ich ausgezogen bin. Mit diesem vollen Bauch konnte ich dann im Slottsskogen absolut keine “Kleinen Frösche” tanzen oder an anderem Ringelpiez mit Anfassen teilnehmen, sondern habe dem lustigen Treiben nur als Zuschauer und Paparazza beigewohnt.

20160624-P6240029

Am Samstag war ich dann mal wieder reif für die Insel, bin aber erst nachmittags losgefahren, als die meisten Tagesausflügler und Touristen sich schon wieder auf den Weg nach Hause gemacht haben. Dafür hatte ich dann viele schöne Stellen auf Vrångö ganz für mich allein, obwohl es gutes Wetter war und mitten im Sommer. Habe bei meiner langen Wanderung auch viele alte Bekannte getroffen: die schmucken Stranddisteln, die schüchternen Orchideen im Wald, die federleichten Schmetterlinge und die immer irgendwie mampfenden Schafe… Außerdem gab es leckere Walderdbeeren im Überfluss und endlich auch die ersten Blaubeeren. Jaaaa!

Überrascht war ich, dass die vielen ekligen Feuerquallen dieses Jahr offensichtlich durch eine Menge netter Ohrenquallen ersetzt wurden. So ist es all die Jahre noch nie gewesen, aber so geht es wohl zu in der Natur, und mal passt es uns schlechter und mal passt es uns besser, was die Nesselquallen und die Ohrenquallen natürlich überhaupt kein bisschen interessiert…

Insel-Bilder … und … neue Makrobilder 

20160621-P6210015

Advertisements