Bunte Schnipsel aus meinem Alltag

Jetzt haben wir also das Wetter, das wir im Mai gebraucht hätten: kühl und nass. Einige Pflanzen denken gleich, dass nun der Herbst kommt, und sie beeilen sich mit dem Blühen oder sie schießen ins Kraut – beides Dinge, die der Bauer nicht mag. Andere finden das Wetter ganz vortrefflich, denn auch ohne Wärme gibt es doch genügend Licht, weil die Tage immer noch sehr lang sind.

Der neuseeländische Spinat zum Beispiel. Mannomann, dem kann man echt beim Wachsen zugucken! Im Hochbeet, das ich vor einer Woche zusammen mit Zhao, unserer neuen WWOOFerin aus China, so gut wie abgeerntet hatte, ist schon wieder alles voller grüner Blätter. Ein richtiger Dschungel! Und im Gegensatz zu den Kohl- und Salatsorten hat dieses leckere Gemüse auch kaum Schädlinge zu befürchten, denn es wächst einfach viel schneller, als die immer hungrigen Nacktschnecken es wegknabbern können.

Auch auf dem Freiland bei Gert und Akasha hat die illustre Schar der dortigen Helfer alle Hände voll zu tun. Diese Woche hat Åke 200 Salatköpfe und vieles, vieles andere mehr in die Bioläden der Stadt transportiert, und er musste zum ersten Mal den Anhänger nehmen, weil nicht alles in seinem roten Kleintransporter Platz gefunden hat.

Ich mag diese Tage, wenn wir ernten und alles schön verpacken. Und seitdem ich mich mehr mehr als weniger dazu entschlossen habe, tatsächlich hierzubleiben, bin ich insgesamt noch gelassener, und ich nehme mir auch nach der Arbeit viel Zeit, einfach nur in der Gegend herumzuspazieren, Beeren zu pflücken und trotz des Wetters den See und seine waldigen Ufer zu genießen. Größere Ausflüge oder Radtouren kann ich ja immer noch machen.

Gerne gehe ich schwimmen, wenn es gerade wie aus Eimern schüttet. Das ist so herrlich! Und auf dem Weg zu meiner Lieblingsbucht habe ich den verschiedenen Felsen und Bäumen schon Namen gegeben. Der “Ausguck” zum Beispiel ist ein schöner Platz, sich abends eine Suppe warm zu machen oder einen Tee zu kochen. Und da nun schon seit einer Weile keine Waldbrandgefahr mehr besteht, klemme ich mir hin und wieder ein paar von Åkes Birkenscheiten unter den Arm und mache damit nach Sonnenuntergang ein kleines Feuerchen.

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