There and back again

Hm, ja. Wo war ich stehengeblieben… Nee, ist ja völlig das falsche Wort! Denn von Stehenbleiben kann natürlich keine Rede sein. Ich war freilich die ganze Zeit in Bewegung während der vergangenen anderthalb Monate. Zuerst unten auf dem Kontinent – wie die Skandinavier so schön sagen zu allem, was sich südlich von Skandinavien befindet. Und nach dem wunderbaren Heimatmonat in den deutschen Landen ging es dann erstmal mit Herrn Möwe für ein paar Tage nach Stockholm zum Ostseefestival. Anschließend habe ich in Svenshögen auf dem Hof eine Woche nach dem Rechten gesehen, um schließlich die letzten sechs Tage schön weit oben auf einer norwegischen Hochebene ausgiebig und genussvoll zu verwandern. Ich wollte nachgucken, ob es dort schon Herbstfarben gibt – und außerdem wollte ich diesen vermaledeiten 11. September nicht mit Unkraut jäten oder Petersilie ernten verbringen.

Wollen wir mit einer eiskalten Gletschergeschichte anfangen? Wie ich sehe, schwitzt ihr gerade mal wieder dort unten auf dem Kontinent, aber hier oben auf dem Nicht-Kontinent ist es im Moment auch nicht gerade kühl. Nehmen wir also “Mein schönstes Ferienerlebnis – oder: Als ich den Hardangerjøkul umarmte”. Es gibt ja Leute, die Bäume umarmen, damit sie nicht gefällt werden. Gerne würde ich auch all diese Gletscher umarmen, damit sie nicht immer mehr wegschmelzen. Nun ja, da dies nicht besonders sinnvoll erscheint, gehe ich wenigstens ab und zu mal einen besuchen. Solange sie noch da sind…

Habe ich also mein Zelt unterhalb von Blåisen – dem blauen Eis – aufgeschlagen, einem besonders schmucken Ausläufer des großen Hardangerjøkul. Dieser Gletscher oben auf der Hardangervidda sieht aus dem Weltraum betrachtet wie eine riesige Amöbe aus, weil es nämlich kein Talgletscher, sondern ein Plateaugletscher ist. Ja, es war bereits eine große Sache, morgens auf dieser Hochebene mit dem Gletscher vor der Haustür aufzuwachen, sich Teewasser zu kochen – und dann einfach nur so dazusitzen mit einer Tasse Tee, das blaue Eis anzustarren und sich vorzustellen, dass der berühmte Polarforscher Roald Amundsen auf diesem Gletscher seine verschiedenen Polarexpeditionen vorbereitet hat.

Als ich so ungefähr zwölf Jahre alt war, wollte ich nämlich selbst mal Polarforscher werden, nachdem ich den Berufswunsch “Skispringer” ob der fehlenden Trainingsmöglichkeiten verworfen hatte. Den ganzen Sommer hatten wir bei der Baustelle für unser Sommerhäuschen auf dem großen Sandberg eine Polarforschungsstation mit einer Top-Ausrüstung (alles von der nahen Müllkippe) und machmal habe ich mich einen halben Tag lang auf einer großen Styropor-Platte über den See treiben lassen und mir vorgestellt, es wäre eine Eisscholle…

Ja, und meine eiskalte Geschichte ist natürlich wieder eine Bilder-Geschichte:

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Blåisen – Hardangerjøkul (alle Bilder)

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