Tarte flambée & Mohnstrudel

Gestern früh haben wir beim Frühstück die Morgensendung im schwedischen Klassikradio gehört. Ich habe jetzt nämlich hier im neuen Haus endlich richtiges Internet, nicht nur das mobile übers Telefon mit dem eingeschränkten Datenvolumen. Und also hören wir jetzt immer nordischen Heavy Metal oder Balkan Brass beim Kochen oder Abwaschen und was Leichteres wie Celine Dion, Kari Bremnes, Lhasa de Sela oder eben Klassik zum Essen. Außerdem hat mir meine Geocaching-Freundin einen super Lautsprecher überlassen, sodass wir das große Zimmer im neuen Haus mit einem ordentlichen Sound füllen können. Echt cool, dass ich das Haus jetzt in der Nachsaison ganz für mich alleine habe – und nach Lust und Laune auch mal richtig Krach machen kann.

Aber zurück zum Morgenradio. Man konnte dort anrufen und mit ein paar Sätzen das Besondere an diesem Morgen beschreiben. Wenn ich angerufen hätte, dann wären es diese Sätze gewesen: “Ein kräftiger Herbstwind rüttelt an den großen Eichen vor dem Haus, sodass die Blätter wild herumwirbeln und so langsam wieder der Blick auf den See frei wird. Ein kleiner Eichkater turnt unbeschwert in den schaukelnden Ästen der riesigen Bäume herum, als wäre es überhaupt keine große Sache. Wir sitzen beim Frühstück und werden gleich zusammen rausgehen, warm angezogen, um Kräuter und grüne Blätter für den Bauernmarkt zu ernten…”

Weil es von Woche zu Woche weniger zu ernten gibt, sind wir bereits gegen vier Uhr mit dem Pflücken und Verpacken fertig – und haben also genug Zeit, in aller Ruhe die Feier am Abend vorzubereiten. Dass ich Geburtstag habe, habe ich keinem erzählt. Nur Anne, die französische WWOOFerin, weiß es. Da sie aus dem Elsass ist, haben wir ganz einfach zu einem leckeren elsässischen Abend eingeladen. Aus der großen Stadt hatte ich schon zu Anfang der Woche einen gute Flasche Crémant mitgebracht und nach unserer Paddelwanderung am Dienstag haben wir zusammen in der Heidekrautbucht die restlichen Zutaten für elsässischen Flammkuchen und Mousse au Chocolat eingekauft.

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Ikebana & Origami

Ach, war das dann ein schöner Abend gestern! Das gemeinsame Vorbereiten und Dekorieren hat genauso viel Spaß gemacht wie nachher das Essen, Trinken, Lachen und Schwatzen. Zum Schluss, nachdem sich alle anderen schon verabschiedet hatten, saß ich noch bis Mitternacht mit Radka zusammen, gemütlich in mehr oder weniger tiefsinnige Gespräche vertieft. Sie kommt ursprünglich aus der Slowakei, ist schon seit etlichen Jahren ein Weltenbummler, scheint aber nun hier in Svenshögen ein neues Zuhause gefunden zu haben. (Kommt mir irgendwie bekannt vor…) Sie hatte spontan Mohnstrudel gebacken und mitgebracht – zu meiner riesengroßen Freude! Und zum Schluss habe ich dann einfach zu ihr gesagt: “Ach, war das ein schöner Geburtstag! Und dein Mohnstrudel war mein schönstes Geburtstagsgeschenk.”

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