Ganz gut!

Da war ich also nicht fünf Wochen im Ballon oder hatte zwei Jahre Ferien. Ich bin auch nicht in achtzig Tagen um die Welt oder 20.000 Meilen unterm Meer gereist. Nein, ich war ganz einfach zwei Wochen lang die Bäuerin. Hat der Bauer jedenfalls immer gesagt. Wenn ein Stellvertreter den Landrat vertritt, dann spricht man ihn auch mit “Herr Landrat” an und nicht mit “Herr Stellvertreter”. Und also war ich ganz einfach für zwei Wochen die Bäuerin. Aber ganz so einfach war das auch wieder nicht.

Am besten hat es im Stall geklappt, finde ich. Melken mag ich zwar immer noch nicht, aber inzwischen miste ich bei den großen Pferden auch aus, wenn diese zu Hause sind. Die Milch- und die Käsekammer sowie das Käselager wurden in den beiden Wochen fertig renoviert – und gestern haben wir das sogar ordentlich gefeiert. Zur Arbeit außer Haus gehört damit nun auch immer das Zerlegen und Reinigen der Milchzentrifuge. Das ist ein Gerät, wo auf der einen Seite Magermilch und auf der anderen der Rahm rauskommt. Aus dem Rahm hat die Großmutter dann immer Butter gemacht, also solange die Bäuerin nicht da war. Jetzt, wo die Bäuerin wieder da ist, machen wir dann endlich Käse aus der Milch.

Am schweißtreibendsten war das Kochen jeden Tag. Erstmal musste ich mir immer was ausdenken und dann alles bis um zwölfe auf dem Tisch haben. Aber eigentlich hat das auch immer recht gut geklappt. “Des Fraule hat oach ganz gut gekocht”, hat die Großmutter hinterher gesagt.”Ja, wirklich. Ganz gut.” Und dieses “ganz gut”, ist hier nicht nur ein “ziemlich gut”, sondern mehr. Fast schon ein richtiges “richtig gut”. Das war also beinahe ein Lob – und da die Großmutter ihr Leben lang gekocht hat, weiß sie, wovon sie spricht.

Sehr viel Spaß hat mir während dieser zwei Wochen immer das Brotbacken gemacht. Denn schließlich bin ich jetzt sogar ausgebildete Brotbäckerin! Die Ausbildung hat zwar nur einen Abend lang gedauert, aber dieser Abend war nicht nur sehr angenehm von der Stimmung her, sondern auch sehr lehrreich und richtig lustig, also ganz lustig. Im Internet gibt es ein kleines Album mit den Fotos vom Backkurs – und hier zwei Bilder von meinen eigenen Kunststücken. Bei dem gescheibten UFO handelt sich um Osttiroler Breatl und das Kastenbrot ist das schnelle Walnussbrot.

Dann muss ich regelmäßig die fertige Butter in schmucke Portionen verwandeln und verpacken. (Die zu dieser Butter gehörende Buttermilch schmeckt auch total anders als die aus der Molkerei!) Und das sieht so aus:

Aber wie gesagt, am Montag fangen wir endlich mit dem Käsemachen an. Und darauf bin ich schon sehr gespannt!

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