Fünf Wochen im Ballon

Nun sitze ich im ICE auf dem Weg nach Berlin – und blicke zurück auf diese fünf Wochen, die sich nun im Nachhinein doch wie Ballonfahren anfühlen. Auf 1500 m Höhe ist man ganz einfach dem Himmel ein gutes Stück näher, und wenn die Besatzung im Korb dann auch noch so prima zusammenarbeitet und man sich so gut versteht, ist das Reiseabenteuer perfekt und man wächst wieder ein bisschen über sich selbst hinaus.

Gibt es denn eine bessere Art und Weise, eine Gegend und ihre Bewohner kennenzulernen, als etliche Wochen mit ihnen zusammen zu wohnen und zu arbeiten, ja, ganz einfach ihr ganz normales Leben zu teilen? Ich bin wirklich sehr dankbar, dass es Familien gibt, die ihre Türen so weit aufmachen! Bei allen Mahlzeiten täglich “fremde Leute” am Tisch zu haben, sie immer wieder in die Arbeit einzuweisen, ihre Macken und Launen zu ertragen, wenn man selbst vielleicht gerade gar nicht so gut drauf oder nicht ausgeschlafen ist. Ich weiß nicht, ob ich es selbst könnte, wenn ich einen Hof hätte…

Also ein dickes, fettes und HERZliches DANKESCHÖN an meine Kartitscher Familie, an alle drei Generationen, die ich in diesen fünf Wochen wirklich liebgewonnen habe! Ich habe unglaublich viel dazugelernt und das Wichtigste von allem war, dass ich das Einfache noch mehr schätzen gelernt habe. Das selbst gebackene Brot, frische Milch und Butter, eigenen Käse und natürlichen Joghurt. Eier frisch aus dem Nest, gut gewürzten Speck und leckeres Schmalz. Einen herrlichen Apfel, aber auch Honig, Marmelade oder Saft. Und dann dieser Tee aus Bergkräutern!

Auch wenn mein Raw-Food-Papst in Svenshögen nun vor Entsetzen die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde, so ist es mir mit dieser herkömmlichen Kost insgesamt doch besser gegangen als mit allzu viel rohem Gemüse. Und wenn es einem schmeckt und man beim Essen kein schlechtes Gewissen hat, wenn man weiß, wie alles ohne Gift gewachsen ist und man es selbst geerntet und verarbeitet hat – warum soll es einen dann krank machen?

Ja, fünf Wochen im Ballon – und dennoch total erdnah, das muss man erstmal hinkriegen! 😉

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