Weihnachtslektüre

Nun bin ich schon wieder mehr als eine Woche hier in den deutschen Landen. Diesmal habe ich mit Absicht gar nichts unternommen, sondern mich nur mit meiner eigenen Familie und mir beschäftigt. Das tut gut und muss auch mal sein nach den intensiven Wochen in den Bergen bei meiner wunderbaren Gastfamilie.

Im Gegensatz zum sonnigen Alpenwetter ist es hier fast die ganze Zeit grau in grau, und so habe ich ein bisschen gebacken und gekocht, war hin und wieder spazieren, habe mich gut unterhalten, geschrieben und gelesen. Auf dem Bahnhof in München hatte ich mir zwei Bücher gekauft, die mich dort im Buchladen spontan angelacht hatten – und das obwohl ich mir vorgenommen habe, mit nicht-eBüchern erstmal vorsichtig zu sein. Schließlich bin ich ja ein vagabundierender Bauer und will mein bescheidenes Inventar eigentlich nicht vergrößern, sondern eher noch verkleinern…

Das eine Buch enthält alle Weihnachtsbriefe, die Papa Tolkien als Father Christmas von 1920 bis 1944 an seine Kinder geschrieben hat. Diese Briefe sind so voller Fantasie und so liebevoll gestaltet! Die Handschrift des Weihnachtsmanns ist manchmal zitterig, weil es am Nordpol so kalt ist. Auch kommt der beste Freund des Weihnachtsmannes, der große Polarbär, immer zu Wort. Er hat eine ganz andere Handschrift. Und dann die vielen Zeichnungen… Herrlich! Also, liebe moderne Väter, im nächsten Jahr legt ihr eure Smartphones im Dezember vielleicht einfach mal ein bisschen zur Seite und schreibt lustige Weihnachtsmann-Briefe an eure Kinder, ganz freihändig und ohne App. 😛

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“Lebt wohl jetzt. Bald werde ich mich wieder auf den Weg machen. Irgendwelchen Bildern, auf denen Ihr mich am Steuer eines Flugzeugs oder Automobils seht, dürft Ihr nicht glauben. Ich kann diese Dinger nicht lenken, und mir liegt auch gar nichts daran, sie sind ohnehin viel zu langsam (vom Gestank ganz zu schweigen) – kein Vergleich mit meinen Rentieren, die ich selbst ausbilde. Dieses Jahr sind sie alle sehr gut in Form, und meine Postsendungen werden ganz sicher pünktlich eintreffen. Für Weihnachten habe ich ein paar Jungtiere aus Lappland dazubekommen (der ideale Ort für Zauberer; und die Rentiere sind zauberschnell).” (Hier kann man im Buch blättern…)

Das andere Buch muss man auch nicht unbedingt von vorne nach hinten lesen, auch wenn es eigentlich so angelegt ist. Ein Geigenbauer hat es geschrieben. Offensichtlich ist er ein begnadeter Geigenbauer, und er ist sehr gläubig. Auf der Suche nach Gleichnissen erklärt er uns den langen Weg von der noch nicht gefällten Bergfichte bis zur fertigen Konzertgeige – und er schreibt dabei ganz erstaunliche Dinge…

Und damit verkrieche ich mich wieder in meiner gemütlichen Sofaecke, wünsche euch allen aber noch “Frohe Weihnachten!”

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