Wunderliches vom Jahreswechsel

Ich muss nochmal ein bisschen zurückblättern zu den letzten Tagen des alten und dem ersten Tag des neuen Jahres. Ein paar Merk-Würdigkeiten sind mir doch noch widerfahren. Zweimal hatten sie mit meinen Busreisen zu tun. Auf der Fahrt mit dem Nachtbus von Berlin nach Malmö sind wir nach der Öresundbrücke in einer übereifrigen Polizei- und Zollkontrolle hängengeblieben. Wegen eines blauen Koffers, der plötzlich keinem gehören wollte. Stundenlang haben sie uns ausgefragt und gefilzt! Na, das war vielleicht blöd! Da hatte ich einmal im Leben ein bisschen Grünzeug im Gepäck, eben weil sie bei den Busreisen normalerweise niemals kontrollieren, und ausgerechnet da mussten allen ihre Koffer auspacken. Ja, alle. Außer mir. Puh! Da habe ich aber wirklich Schwein gehabt! Dass ich dann natürlich meinen Zug in Malmö verpasst habe und mich deshalb im alten Jahr nicht mehr mit Herrn Möwe treffen konnte, war ebenfalls weniger erfreulich.

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Sonnenaufgang über dem Öresund

Den allerletzten Tag und die allerletzte Nacht des alten Jahres habe ich gemeinsam mit lieben Geocaching-Freunden verbracht. Tagsüber waren wir bei sehr trübem Wetter etliche Stunden im Wald wandern und haben Schätze gesucht. Das hat echt mal wieder gutgetan! Ach, ich fühle mich immer sowas von zu Hause in diesen immergrünen Regenwäldern hier im Hinterland der schwedischen Westküste.

Nach dieser feucht-fröhlichen Wanderung (ganz ohne Alkohol) haben wir den Rest des Jahres dann aber nicht mehr auf dem Trockenen gesessen, allerdings bei milderen Temperaturen und mit weniger Luftfeuchtigkeit, drinnen also. Gemeinsam mit meiner Freundin Cathy haben wir leckere Muscheln mit Pasta zubereitet und dabei ein Fläschchen Bubbel angezapft. Mit dem Rest der Flasche sind wir am späten Abend dann noch in die nächste Stadt gefahren, um uns mit anderen Geocachern bei denen zu Hause zu treffen. Sie hatten auch nochmal soviel leckeres Essen vorbereitet und dann in der ersten Stunde des neuen Jahres sogar noch einen neuen Cache publiziert, bei dem wir uns dann um 0:30 Uhr als allererste ins taufrische Logbuch eintragen konnten. “First to find” nennt man das, und einige Geocacher sind nahezu besessen davon, so viele “FTFs” wie möglich in ihrer Statistik zu haben.

(Da taucht bei mir plötzlich die Frage auf: Wenn einer einen Berg das erste Mal besteigt, muss er dann das Gipfelbuch selber mitbringen???)

Nach nur vier Stunden Schlaf habe ich mich dann am ersten Tag des neuen Jahres in aller Frühe schon wieder reisefertig gemacht und bin zum Busbahnhof im Göteborg gefahren. Dort hat mich der Fahrer des Skiexpress-Busses mit der lustigen Nachricht empfangen, dass ich an diesem Neujahrsmorgen tatsächlich der einzige Passagier wäre. Und so habe ich weder geschlafen noch gelesen oder einen der vielen Geocaches vom Vortag im Internet geloggt, was ich mir eigentlich für die Fahrt vorgenommen hatte, sondern ich habe die beinahe sieben Stunden direkt beim Fahrer vorne gesessen – und wir haben die ganze Zeit geredet. Es war, als hätte ich für die lange Fahrt in die Berge ein Privat-Taxi mit einem supernetten Fahrer gebucht! Unglaublich! Bei unserer Rast nach der Hälfte der Strecke durfte ich an der Raststätte sogar noch einen Geocache suchen. Erst dann sind wir weitergefahren. Ich sage euch! Wenn einer eine Reise tut, dann kann er wirklich was erleben…

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