Pulverschnee & La dolce vita

Also diese Woche in den Bergen… Du lieber (siebter) Himmel! Dort liegt immer noch ein ganzer Meter Schnee und trotzdem gab es Sonne satt, und zwar nicht eine kühle und schüchterne Wintersonne, sondern eine warme Frühlingssonne von morgens um sieben bis abends um sechs. Da kann man wirklich viele Stunden im Freien verbringen. Und das haben wir natürlich auch gemacht. Denn ich hatte mir außerdem ein Paar richtig moderne Langlaufskier gemietet, so dass mir auch in den Loipen regelmäßig Flügel gewachsen sind.

Und weil man vom Skilaufen schön hungrig wird, haben wir’s uns auch immer beim Apres Ski richtig gutgehen lassen: ausgesuchten Käse, guten Fisch, bunte Weine und leckere Desserts. Puh, jetzt muss ich erstmal in den Alltag zurückfinden…

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Feste feiern

An Fastnacht gibt es in Schweden keine Karnevalsumzüge oder ähnlichen Trubel, an Fastnacht werden hier die Fastlagsbullar gegessen, mehr bekannt als Semlor. Ich habe am Dienstag also für unser Café auch welche gebacken, mit weniger Zucker und mit Dinkelvollkorn- anstelle von Weizenauszugsmehl. Die sind gut weggegangen.

Fasching hatten wir aber trotzdem, allerdings schon Anfang Februar. Eine Künstlerin hier aus der Community hatte in ihr großes Haus mit Atelier eingeladen. Dieses Winterfest mit Verkleidung stand unter dem Thema “pARTy – nach allen Regeln der Kunst“. Man musste sich dazu anmelden, und nach 60 Anmeldungen war Anmeldeschluss. Außerdem sollte jeder etwas kochen oder backen und vorher mitteilen, ob süß oder salzig. Ich habe zwei Brote gebacken, von denen nachher kein Krümelchen mehr übrig war. Das Fest war für mich außerdem eine gute Gelegenheit, noch mehr Leute hier aus der Gegend kennenzulernen. Bis nachts um eins haben wir Spaß gehabt und getanzt. Verkleidet war ich zwar nicht so richtig, aber ich hatte immerhin 4 Paar fröhliche Socken irgendwie an mir installiert. Die hatte ich zu Weihnachten von der Schwiegermutter meiner Tochter bekommen. Sehr lustig, denn diese Socken wurden in Schweden designed!

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Dann hat sich diese Woche auch noch meine Ankunft hier in Svenshögen zum ersten Male gejährt, etwas, das natürlich kräftig gefeiert werden musste. Als ich Åke daran erinnert habe, meinte er, dass es ihm schon viel länger vorkäme, und mir geht es genauso. Zur Feier des Tages habe ich sogar den Käse angeschnitten, den ich aus den Alpen mitgebracht hatte, also meinen ganz eigenen Heumilchkäse. Der kam Ende November auf die Welt, wurde dann hier Anfang des Jahres von mir mit Rotschmiere-Bakterien geimpft und durfte dann ungefähr zwei Monate reifen. Er hat nun eine gute, kräftige Note, ist allerdings nicht so cremig wie andere Käsesorten mit diesem Geschmack. Gelobt wurde er trotzdem von all meinen Gästen, und ich bin tatsächlich erstaunt und begeistert, wie einfach die Käseherstellung letztendlich war. Das muss ich unbedingt noch einmal probieren!

Nach diesen acht 6-Tage-Wochen habe ich mir nun eine kleine Auszeit verdient, finde ich. Und so sitze ich mal wieder in einem Fernbus, der mich nach Norden bringt. Dorthin, wo richtiger Winter ist…

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Sälen, Lindvallen (vor zwei Tagen von Radka geknipst)