Zeit der Kraniche

Da habe ich im Januar und Februar wohl doch ein bisschen zuviel Zeit in Küche und Café verbracht. Aber ich war so inspiriert nach meinem Aufenthalt in den Alpen, dass ich das Gärtnern und das “Kunden verwöhnen” irgendwie verbinden wollte. Geht aber jetzt nicht mehr. Denn nun bin ich fast hundertprozentig wieder Gärtnerin. Backe nur noch einmal die Woche Roggenbrötchen und am Wochenende dann die Waffeln, manchmal auch einen leckeren Zupf- oder Mohn-Quark-Kuchen.

Denn jetzt ist plötzlich sooo viel zu tun mit den/m Pflanzen überall: im Keller, wo immer noch der Paprika, der Chili und die Tomaten und Gurken wohnen, als Schulkinder also, denn alle müssen mindestens einmal umgeschult werden. Und weil wir dieses Jahr so gut wie keine Babypflanzen verloren haben, ist das eine Menge Arbeit. Die fünf Gewächshäuser haben wir inzwischen auch schon gut gefüllt, und heute habe ich die erste Petersilie nach draußen in die Hochbeete verpflanzt. Dann sprießt nun gerade der Bärlauch irgendwie überall. Den können wir jetzt schon ganz bald ernten und in die Bioläden der Stadt liefern.

Die letzten beiden Wochen hatte ich Hilfe von einer deutschen WWOOFerin, und am Samstag kam ein sehr nettes Pärchen aus Frankreich hier an – das bedeutet: Ich habe endlich mal wieder jemanden hier im Haus, der richtig gut kochen kann. Oh, das tut gut! Nach drei Monaten mit dem Kochmuffel Åke an meiner Seite und eher kurzen Intermezzi von eher wenig in der Küche engagierten jungen Leuten. Nun leben wir wie “Gott in Frankreich” – und ich genieße jede dieser mit Liebe und Phantasie gekochten Mahlzeiten sehr.

Ansonsten bin ich auch in meiner eher knapp bemessenen Freizeit hier gut in die Geschehnisse in unserem alternativen Dorf eingebunden. Am Sonntag vor einer Woche hatten wir eine Ideenkonferenz, wo wir mehrere neue Projekte ins Leben gerufen haben. Jetzt gehe ich immer mal wieder trommeln, tausche Erfahrungen über essbare Wildpflanzen aus und bin außerdem in der Garten- und der Fahrradgruppe. Dann gibt es regelmäßige Filmabende, entweder hier bei mir im “Wohnzimmer” oder bei einer Nachbarin, wo ich in den letzten Wochen diese Perlen entdeckt habe – alle absolut empfehlenswert:

DemainBaikonurEskil och Trinidad

Kurzum: Es geht mir total gut mit all der Arbeit, den jungen Leuten, den Projekten – und der nun endlich wieder grünenden Natur rundherum.

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