Pausengespräche

Gestern hatten wir beim Mittagessen (Fredo hatte sich mal wieder selbst übertroffen mit Salat, Suppe, Hauptgericht und Dessert…) einige interessante Gesprächsthemen. Zuerst hat uns Tingting erklärt, warum der 20. Mai in China so eine Art extra Valentinstag ist. Wenn man also auf Chinesisch 5-20 (wǔ èrshí) sagt, denn so wird das Datum angegeben, dann klingt es fast wie “Ich liebe dich”. Viele Leute heiraten deshalb an diesem Tag.

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Und dann haben wir überlegt, wo man das Verlangen, stets online zu sein, in die Maslowsche Bedürfnispyramide einordnen müsste. Ziemlich weit unten, sind wir uns dann einig geworden. Wahrscheinlich gleich nach den physiologischen Bedürfnissen. Hier im neuen Haus gibt es nämlich noch kein Internet. Wenn demnächst mein mobiles Datenvolumen alle ist, dann muss ich mich also immer ins Café setzen, um mich zu vernetzen. Oder ich mache einfach mal eine Online-Pause. Mal sehen, wie meine persönliche Pyramide gerade so aufgestellt ist.

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Außerdem habe ich gestern den ersten Kuckuck gehört – und wir haben Fredo das besondere “Brutverhalten” dieses komischen Vogels erklärt und dass wir, wenn wir hier endlich den Projektor installiert haben, unbedingt zusammen den Film mit dem Kuckucksnest gucken müssen. Denn den kannte unser junger Herr Regisseur nämlich noch gar nicht. Unglaublich!

PS: Habe soeben die aktualisierte Pyramide von meiner Schwester gemailt bekommen!

die-neue-bedc3bcrfnispyramide

Hihi! 😉

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Durchlöcherte Nicht-Ostereier

Mit einer waschechten Chinesin unter einem Dach zu wohnen, das ist schon eine spannende Sache. Tingting, die nicht nur aus dem Reich der Mitte, sondern sogar aus der Mitte des Reiches der Mitte kommt, verbringt immer den ganzen Winter in ihrer Heimat und kommt dann Anfang März mit zwei großen Koffern voller chinesischer Lebens- und Naturheilmittel wieder nach Europa zurück. Sie kocht sehr traditionell und je nachdem, welchen der chinesischen Kalender sie benutzt, feiert sie gerade an vier verschiedenen Tagen im März und April ihren Geburtstag. Sie geht täglich in den Wald und macht dort auf einer Lichtung Tai-Chi, und manchmal kann ich das Bad nicht benutzen, weil sie da gerade irgendwelche Kräuter abgebrannt hat.

Da ich mich bisher nur ganz wenig mit China, dem Alltag dort und seinen Traditionen beschäftigt habe, nutze ich nun die Gelegenheit und frage Tingting regelmäßig ein Loch in den Bauch. Da sie mindestens genauso neugierig ist, was das Leben in Deutschland und speziell in der DDR betrifft, gleicht sich der Gewichtsverlust im Bauchbereich in der Regel komplett wieder aus. Ostern zum Beispiel und das mit den Eiern und den Hasen… Ostern feiert man in China gar nicht, während solche den Konsum ankurbelnden Feste wie Weihnachten, Valentins-, Vater- und Muttertag sich schon eher eingebürgert haben. Und also gibt es in China auch keine kunstvoll bemalten Ostereier, wie ich mir das irgendwie vorgestellt hatte. Aber als ich Tingting ganz stolz unsere schmucken sorbischen Eier zeige, da hat sie natürlich noch eins draufzusetzen und googelt im Internet nach Bildern von Eiern, bei denen man die Schale mit wunderbaren Mustern durchlöchert hat. Wow! Das ist ja unglaublich!

In Schweden werden die Sträucher nicht mit Plastikeiern geschmückt, sondern mit bunten Federn.