iPieks & iChoc

Heute vormittag hat es noch einmal schön geregnet – und heute war der Tag, an dem die winzigen Frösche den Teich verließen. Oh, so viele! Und oh, so klein! Wo sie jetzt nur alle hingehen? Und woher wissen sie, wo sie alle hingehen müssen? Einige wollten wohl die Abkürzung über den gepflasterten Hof nehmen, aber der ist dann schnell wieder getrocknet – und sie waren natürlich verloren. Gerade aus dem Wasser geschlüpft, brauchen sie es noch sehr feucht. Ein paar haben wir retten können, zusammen mit der kleinen Tochter eines Kunden. Kleine Kinder retten gerne kleine Tiere. Als mein Enkel fünf war, kamen wir oft beim Waldspaziergang nur sehr langsam voran, weil er andauernd Mistkäfer retten musste.

Und dann ist heute gleich zweimal innerhalb von nur einer Stunde Germany in unseren Gesprächen aufgetaucht, und es hatte mitnichten was mit Fußball zu tun. Ich war – was nicht sehr oft vorkommt – mit Fredo zusammen in der Küche, um das Mittagessen vorzubereiten. Es war noch eingefrorene Nesselsuppe da, und ich habe die obligatorischen Eier dazu gekocht. Und wie so oft haben wir ein bisschen Knoff-hoff und How-to ausgetauscht. Was macht ihr denn in Argentinien, damit die Eier beim Kochen nicht platzen? Sie machen ein bisschen Essig ans Kochwasser, hat er gesagt. Und ich habe dann von unseren formschönen Ossi-Eierpieksern aus Plaste erzählt. Er war ganz hin und weg. Was die Deutschen alles erfinden! Muss er dann unbedingt seinem Vater als Mitbringsel mitbringseln. Weil der doch so gerne Eier isst.

Nach dem Essen haben Tingting und Åke uns ins Café zum Nachtisch eingeladen. Tingting hatte mal wieder ein paar neue Sachen für den Shop bestellt, und wir durften neuen Tee probieren und neue Schokolade kosten. Von den neuen Teesorten schmeckt mir dieser hier am besten. Der ist auch gar nicht so teuer. Und die neue Schokolade kommt aus Deutschland. Sieh mal einer an! War lecker.

Ach ja, apropos lecker. Die Walderdbeeren sind nun auch reif. Bei einem Abendspaziergang habe ich für Fredo eine Handvoll gesammelt und auf den obligatorischen Grashalm aufgefädelt. So wie es alle Kinder in Schweden machen. Das hat ihm sehr gefallen – und natürlich super geschmeckt.

Kleine Frösche und kleine Erdbeeren. Ein guter Tag. 🙂

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Kindermund und Kinderaugen

Neben den Streifzügen durch die Natur gibt diese vierköpfige Rasselbande – wie die Orgelpfeifen zwischen 14 Monaten und knapp sieben Jahren – meinem Alltag stets das besondere Etwas. Inzwischen haben wir die Nischen erkannt und nutzen sie fleißig, wenn die Kinder mal nicht von den argwöhnischen Augen des gestrengen Elternpaares bewacht werden. Denn als Au-Pair-Oma genieße ich schließlich die gleichen Vorzüge, wie sie echte Großeltern in der Regel haben. Diesen herrlichen Spruch hier hat mir meine Schwester vor ein paar Tagen zugeschickt:

“Nach jedem Besuch bei der Oma ist das Kind erzieherisch
wieder auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt.”

Jawoll! Und so resette ich die lieben Kleinen immer mal ein bisschen, denn diese Werkseinstellungen werden leider von so vielen Seiten bedroht und angegriffen – Eltern, Kita, Schule, Fernsehen – dass sich schließlich irgendjemand hin und wieder darum kümmern muss. Als “Gegenleistung” bekomme ich all das, was kleine Kinder stets und ständig austeilen, verschwenderisch und ohne Hintergedanken: Stauneaugen, Kindermund, Kinderfragen, Lieder, Ideen – und Kinderzeichnungen.

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Das bin ich, gezeichnet von Ella. Sie wird im Mai sieben.

Heute hole ich das Mädel von der Schule ab. Bevor wir dann mit dem Bus zum Hof zurückfahren, gehen wir in Kungsbacka noch ein bisschen gemeinsam geocachen.

Und hier noch ein anderer Spruch. Auch der war letztens in einer Mail von meinem lieben Schwesterlein:

In der Jugend studiert man Erwachsene,
um klug zu werden.

Im späteren Leben studiert man Kinder,
um glücklich zu werden.

Von Kindern und den kleinen Vögeln

Da ist die Temperatur doch tatsächlich um 25 Grad gefallen innerhalb nur einer Woche. Es sind plötzlich -10 Grad hier, und es weht ein eiskalter Ostwind. Trotzdem würde man wahrscheinlich einen Temperatursturz von 25 auf null Grad doch irgendwie ganz anders erleben. Komisch, oder? Die Zahlen allein sind es wohl nicht…

Gestern waren wir nochmal im Park spazieren, und eigentlich wollte ich wegen der negativen Temperaturen meiner Kamera mal eine Auszeit gönnen. Aber dann hat der Enkelsohn am Wasser einen Eisvogel entdeckt, und ich bin schnurstracks wieder umgedreht, um doch noch meine Knipsmaschine zu holen. Allerdings ist diese Knipsmaschine viel mehr für das Ablichten von bunten Blümchen und so Krabbelzeugs geeignet und viel weniger für das Fotografieren der kleinen Vögel. Und genau darum habe ich das ja immer gern dem Waldengel überlassen. Denn dem machte es überhaupt gar nichts aus, etliche Kilo an Fotoausrüstung mit sich herum zu schleppen, wenn er dafür ein schönes Bild von einem kleinen Vogel mit nach Hause nehmen konnte.

Mehr als eine Stunde lang bin ich mit meiner kleinen Knipsmaschine um den Teich und am Bach entlang durch die Büsche geschlichen, um dem Eisvogel vielleicht doch ein bisschen näher zu kommen. Aber da die Büsche im Moment gar keine Blätter haben, wurde ich immer schon sehr früh entdeckt – und der fliegende Edelstein schwirrte jedes Mal aufs Neue fröhlich davon.

Mit einem Film voller mehr oder weniger Nicht-Eisvogel-Bilder bin ich dann in den Kreis der Familie zurückgekehrt – und durfte wieder einmal erleben, dass Kinder in vielfacher Hinsicht bessere Menschen sind als Erwachsene. Mein Enkel hatte sich nämlich schon vor ein paar Tagen mit einem syrischen Jungen in seinem Alter angefreundet. Sie haben zwar keine gemeinsame Sprache – aber trotzdem jede Menge Spaß miteinander.

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