Wie die Waldindianer… (Teil 2)

Da ist man schon viel älter als alle Kühe – und lernt immer noch dazu. Reimt sich zwar nicht mehr, stimmt aber dafür umso mehr. Heute waren wir wieder in den Wäldern oberhalb der Heidekrautbucht, und diesmal nicht nur wandern oder auf den Spuren von alten Geschichten unterwegs, diesmal waren auch die Kanus mit. Ach, war das herrlich! Endlich hat mir mal jemand ausführlich erklärt und gezeigt, wie man es steuert, so ein Waldindianer-Kanu. Jetzt kann ich es auch!

Und dann haben wir am Ufer ein Feuer gemacht und richtiges Brot gebacken. Bisher kannte ich immer nur Stockbrot oder Knüppelkuchen, aber heute wurden es kleine platte (nordische) Pizzabrote, die man warm mit Butter und Käse beladen konnte. Ich sage euch, nach einer windigen Paddeltur dann so etwas schmausen, das ist besser als alle Hummer in allen 5-Sterne-Restaurants der Welt.

Ja, hm… Ich gebe mir zwar ziemlich große Mühe, mich hier so langsam in unsere Hippie-Community zu integrieren, aber wenn ich dann mit den Draußen-Menschen draußen im Wald bin, dann fühle ich mich mit denen doch viel wohler, ungezwungener und mehr zu Hause. Und ich glaube nicht, dass sich das nochmal grundlegend ändert. 😉

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Wie die Waldindianer II – alle Bilder

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Draußen zu Hause

Nach einer kurzen Abkühlung Mitte Mai wurde es dann doch wieder wärmer, und trocken ist es immer noch. Die kleinen Waldbäche haben gar kein Wasser mehr. Das kommt nur ganz selten vor hier an der ansonsten eher feuchten Westküste. Einmal habe ich es aber schon erlebt, und das war Anfang Juni 2008, als wir auf Göteborgs Amazonas mit einem der flachen Ausflugsboote wegen des niedrigen Wasserstandes nicht besonders weit kamen.

Nun findet wirklich alles draußen statt. Die Arbeit, die Mahlzeiten, die Freizeiten. Und wenn wir während der Arbeit kurz vor einem Hitzekoller stehen, hopsen wir einfach in den See. Das sind Arbeitsbedingungen, wa? Vor ein paar Tagen habe ich mich sogar aufgerafft, mal wieder im Freien zu übernachten. Das hatte ich immer noch vor mir hergeschoben, weil ich es fast fünf Jahre lang nicht mehr gemacht habe, jedenfalls nicht alleine, zu zweit natürlich ganz oft.

Aber nun sind die Nächte so kurz, dass es gar nicht mehr richtig dunkel wird. Und gegen die Mücken kann man ein Feuer machen. Ich habe allerdings nicht in unserem Zelt geschlafen, sondern in meinem kleinen Windschutz. Genau wie vor unserer gemeinsamen Zeit. Ja, es ist ein bisschen wie nochmal laufen lernen. Ich stolpere immer noch ziemlich herum, falle aber nur noch selten richtig lang hin.

In memoriam Bastevik by night